Die 7:1-Klatsche aus dem Hinspiel in Mannheim sitzt noch tief im Bewusstsein der Eisbären, aber heute besinnt man sich vor allem aufs Eishockeyspielen. Die Mannheimer dominieren die erste Hälfte der Partie, verpassen es aber, sie dort zu entscheidend. Die Eisbären kommen zurück und siegen in Overtime.
Spielbericht
Das Spiel kommt früh auf die Anzeigetafel: Kälble schockt die ausverkaufte Uber-Arena mit seinem Tor zum 1:0 in der 1. Spielminute. Im Gegensatz zur Berliner Abwehr hört er nach einem Abpraller nicht auf zu spielen, sondern stochert nach und ist damit erfolgreich.
Die Berliner fangen sich etwas und kommen in der 10. Minute zum Ausgleich durch Vikingstad. Bergmann hatte mustergültig durchgesteckt.
Aber es dauert nur 78 Sekunden bis Wunderkind Max Penkin erneut zur Mannheimer Führung trifft. Und wie! Blocker-Side, top shelf. Ein sehr anspruchsvolles Tor. Uba hatte eingeleitet und Reichel vorgelegt.
Das Tor von Anthony Greco in der 31. Minute fällt genau am Ende des Adler-Powerplay. Technisch gesehen ein Even-Strength-Tor, praktisch hatten die Eisbären keine Zeit aufzufüllen.
Und mit dem Tor ist eigentlich alles entschieden, denkt man. Die Mannheimer konzentrieren sich etwas mehr auf die Abwehr und lassen den Berlinern mehr Raum, bleiben aber trotzdem gefährlich. Und Berlin? Die Eisbären werden darüber hinaus auch stärker und erzwingen im letzten Drittel auch vielfach diesen Mannheimer Defensiv-Fokus.
In der 48. Minute kann Leo Pföderl dann den Anschluss herbeiführen. In der Uber-Arena hatte man sich schon damit abgefunden, dass die Adler nicht mehr eingeholt werden können und Pföderl energetisiert noch einmal das Publikum. Der Glaube ist zurück.
Und es ist Markus Vikingstad, der dann noch einmal eine Schipp drauflegt. An der Mittellinie sticht er sich eine Scheibe frei und zieht Richtung Tor. Er lässt zwei Mannheimer hinter sich und trifft mit der Backhand. Grandiose Einzelleistung.
Greco bittet Mik dann zu einem Kräftemessen, das aber nicht lange dauert. Der Mannheimer landet zuerst auf dem Eis.
In der regulären Spielzeit konnten die Teams keinen Gewinner ermitteln und in der Overtime geht es Rauf und Runter. In der 62. Minute laufen die Adler einen Konter, doch die Scheibe verspringt. Im direkten Gegenzug ist Ronning auf dem Weg zum Tor und erzielt den Siegtreffer.
Fazit
Die Eisbären geraten früh in Rückstand, kämpfen sich schnell zurück, nur um direkt den nächsten Dämpfer zu erhalten. Es dauert tatsächlich bis zum letzten Abschnitt, bis sie die Dominanz im Spiel richtig übernehmen. Die ersten 10 Minuten spielen sie zu körperlos. Im letzten Drittel sind sie deutlich stärker als die Mannheimer. Man merkt ihnen an, dass sie noch nicht so eingespielt sind, nach den vielen Verletzungen und Neuzugängen.
Mannheim macht da weiter, wo sie im Hinspiel aufgehört haben: Sie demütigen den Meister bis etwa zur Hälfte des Spiels mit dominantem, körperlichen Spiel. Und dann lassen sie auch stark nach im letzten Drittel. In der Overtime kommen sie vor dem Tor von Ronning zu einer Großchance, ohne sie nutzen zu können. Am Ende müssen sich die Adler vor allem vorwerfen lassen, dass sie ihre Chancen zu selten genutzt haben, denn Chancen hatten sie reichlich.
Highlights & Gamecenter
Eisbären Berlin v. Adler Mannheim 4:3 (OT)
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Kälble (0:25) | 1:1 Vikingstad (9:37) | 1:2 Penkin (10:55) | 1:3 Greco (30:11) | 2:3 Pföderl (47:20) | 3:3 Vikingstad (49:56) | 4:3 Ronning (61:50)
Strafen: 0:54 Bennett (MAN/ High-Sticking) | 4:31 Smith (EBB/ Holding) | 15:17 Gilmour (MAN/ Embellishment) | 15:17 Kirk (EBB/ Holding) | 21:57 Schütz (MAN/ Hooking) | 28:08 Dea (EBB/ HIgh-Sticking) | 38:08 Solow (MAN/ Tripping) | 50:35 Mik (EBB/ Fighting maj.) | 50:35 Greco (MAN/ Fighting maj.)


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