Tigers schocken Eisbären mit spätem Ausgleich

5. Spieltag der Penny DEL der Saison 2025/26: Die Straubing Tigers gewinnen ein gutes Spiel mit 3:2 in Overtime bei den Eisbären aus Berlin. Der Ausgleich fällt erst 15 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit.

Inhalt

Spielbericht

Datum: Freitag, 26.09.2025
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Uber Arena, Berlin
Zuschauerzahl: 13.883

Nach zwei deftigen Niederlagen geht es für die Eisbären um Wiedergutmachung. Ty Ronning kehrt nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen die Adler Mannheim (3. Spieltag)zurück auf’s Eis. Außerdem startet Patrick Khodorenko, der unter der Woche von Lukko Rauma verpflichtet wurde.

Die Straubing Tigers kommen mit dem Selbstvertrauen von drei gewonnen Spielen in Serie. Überhaupt mussten sich die Tigers bisher nur den Adlern aus Mannheim geschlagen geben.

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Erstes Drittel

Das erste Drittel ist geprägt von gerechtfertigten und vielleicht weniger gerechtfertigten Zeitstrafen. Berlin muss insgesamt vier mal auf die Strafbank, während Straubing nur zwei mal in Unterzahl spielen muss. In der 3. Minute bekommt Mitch Reinke die erste Strafzeit für Beinstellen. Auch Tim Fleischer in der 5. Minute, Nicolas Beaudin in der 8. Minute und Leo Pföderl ebenfalls in der 8. Minute gehen für Beinstellen vom Eis. Die Strafe gegen Pföderl sieht aber zumindest fragwürdig aus. Die Art wie er lächelnd vom Eis fährt spricht da Bände (obwohl er eigentlich immer so lächelt – schuldig oder nicht).

In der 13. geht Pföderl dann nochmal von Eis, dieses Mal wegen einem Stockschlag. Den Stockschlag konnte ich in der Wiederholung allerdings nicht erkennen. Den Abschluss bildet dann Adam Smith, der in der 16. Minute wegen Haken vom Eis gehen muss.

Alle Über- und Unterzahlen bleiben ohne Konsequenz.

Eishockey wird zwischenzeitlich auch gespielt. Die Tigers aus Straubing schießen häufiger auf das Tor. In der 10. Minute rettet Stettmer spektakulär gegen Halloran, der sich einmal durch die Berliner Abwehr tankt und in den Torraum eindringt. Mit dem Schlittschuh kickt der Goalie die Scheibe aus der Gefahrenzone und den anstürmenden Angreifer schickt er auf eine spektakuläre Hechtsprungeinlage. Sehenswert!

Kurz vor dem Drittelende erobert Kirk die Scheibe für Berlin und setzt Ronning gekonnt in Szene. Sein One-Timer geht aber daneben.

Ansonsten gibt es viele geblockte Schüsse und Halbchancen.

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Zweites Drittel

Im zweiten Drittel fallen dann frühe Tore. Zuerst geht Straubing durch ein Tor von Tim Fleischer in der 22. Minute in Führung. Im Backcheck kommt Korbi Geibel (mit freundlicher Unterstützung von Freddy Tiffels) ins Straucheln und fehlt dann hinten. Varejcka ist auf und davon, trifft nur den Innenpfosten. Den Abpraller kann Fleischer dann aber einnetzen.

Aber nur 80 Sekunden nach dem Führungstreffer der Gäste ist Ty Ronning auf und davon und erzielt ein wunderschönes Tor. Die Vorarbeit kommt von Patrick Khodorenko der in seinem ersten Spiel für die Eisbären gleich seinen ersten Scorerpunkt einfährt.

In der 28. Minute bekommt dann Justin Scott eine Strafzeit für einen Ellbogencheck (hat er sich drum beworben und hat er zurecht dann auch bekommen) und Tim Fleischer geht in der 33. Minute zum zweiten Mal an diesem Abend in die Penaltybox. Dieses Mal für ein Haken. Nach Toren und Strafminuten sind wir zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen.

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Drittes Drittel

Im letzten Drittel erzielen die Eisbären in der 46. Minute den 2:1-Führungstreffer durch Leo Pföderl. Das war noch einmal eine Erinnerung an die letzte Saison. Schöne Stafette endet bei Pföderl, der keine Probleme hat, die Scheibe über die Linie zu drücken.

Der Coach der Tigers geht dann früh ins Risiko und zieht Florian Bugl in der 58 Minute aus dem Tor und spielt mit 6 Skatern. Zu diesem Zeitpunkt sind noch 2:44 Minuten auf der Uhr. Keine 10 Sekunden vorher wird Müller aus dem Gleichgewicht gebracht und Straubing hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn es hier eine Strafzeit gegeben hätte. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Das Spiel holt Schwung für seine finale Wendung.

Zunächst gewinnen die Eisbären die Scheibe, kommen aber nicht in Schussposition. Dann ein Fehler von Melnick im Aufbau. Leo Pföderl bekommt den Puck mustergültig aufgelegt und muss nur einnetzen, verzieht aber. Straubing zum ersten Mal im Glück.

Tiffels bekommt dann auch noch die Gelegenheit, bleibt aber halb am Straubinger Verteidiger hängen und die Scheibe verfehlt ihr Ziel erneut.

Zwei Minuten vor dem Ende setzt sich Straubing dann in der O-Zone fest und spielt sich den Gegner zurecht. Berlin kann dieser Dominanz wenig entgegensetzen und versucht irgendwie die Führung über die Zeit zu retten. Alle Befreiungsschläge misslingen.

Stettmer kann mehrfach parieren, ist dann aber beim Ausgleichstreffer machtlos. In der 60. Minute bzw. 14 Sekunden vor dem Ende, erzielt Tim Fleischer den Ausgleich für die Tigers und er erzwingt die Overtime.

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Overtime

In der Overtime entscheidet ein individueller Fehler die Partie: Ausgerechnet Jonas Müller verspringt die Scheibe bei einem versuchten Zuspiel in der O-Zone. Halloran zieht auf und davon und lässt erst Müller hinter sich und Stettmer dann im 1-auf-0 keine Chance.

Die Tigers nehmen zwei Punkten aus Berlin mit und sind seit vier Spielen ungeschlagen.

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Fazit

Ein Spiel ist erst vorbei, wenn es vorbei ist und nur wer auf das Tor schießt, kann auch Tore erzielen. Zwei wesentliche Lektionen, die ein Team heute besser verinnerlicht hat, als das andere Team.

Die Eisbären Berlin schießen seltener auf das Tor, als ihre Gegner. Das alleine ist erstmal nur eine Statistik – und noch lange kein Problem. Aber in 5 Spielen haben die Eisbären überhaupt nur einmal häufiger auf das Tor geschossen, als ihr Gegner und das war gegen Dresden.

Und dann sind da noch die Special-Teams: Die vielen Strafzeiten sind ein großes Problem. Wobei heute auch die Schiedsrichter einen Beitrag zu den Strafzeiten geleistet haben. Das darf natürlich nicht als Ausrede gelten. Am Ende stehen vier Strafzeiten im ersten Drittel, von denen zwei durchaus fragwürdig sind – und trotzdem in ihrer Zahl zu hoch. Nur hat Straubing im Gegensatz zu den Mannheimern und Bremerhavenern kein Kapital aus dem Überzahlspiel ziehen können. Ein schwacher Trost für die Eisbären.

Die Special Teams funktionieren aktuell nicht: Im Powerplay kommen die Eisbären zu zuwenigen Abschlüssen und im Penalty Killing hagelt es zu häufig Gegentore.

Als Sahnehäubchen kommen dann noch die individuellen Fehler dazu. Diese sind aktuell zu kostspielig. Es tut weh, wenn deinem Kapitän in der OT die Scheibe verspringt und im Gegenzug dein Gegner den Gamewinner erzielt. Vor allem dann, wenn du eigentlich stabil in der Offensive stehst.

Das heißt aber alles noch gar nichts. Die Eisbären haben jetzt 7 Punkte aus 5 Spielen geholt. Das sind etwa 10% der Saison. Rechnet man das hoch, auf die restliche Saison, würden die Berliner mit 70 Punkten die Saison abschließen. Das sollte unter normalen Umständen für die Playoffs reichen. Und in den Playoffs kommt es eben weniger auf die Form an, die eine Mannschaft im September/ Oktober der Saison hatte, sondern vielmehr auf das Gesicht, das sie im Februar und März zeigt.

Die Straubing Tigers setzen mit dem OT-Sieg ihre Serie fort. Phasenweise waren sie die bessere Mannschaft in Berlin. Nur im dritten Durchgang kamen sie weniger zur Entfaltung. Die Risikofreude beim ziehen des Goalies mit mehr als zwei Minuten Restzeit auf der Uhr wäre beinahe schief gegangen, zahlt sich aber dennoch aus. Hut ab!

Die 60 Sekunden vor dem Ausgleichstreffer waren unglaublich dominant und haben gezeigt, dass mit dieser Mannschaft immer zu rechnen ist. Dass die Mannschaft aus Straubing aber die Overtime für den Sieg brauchte, lag auch daran, dass sie zu fahrlässig mit ihren vielen Chancen umgegangen ist. Bereits im ersten Drittel hätten sie mit zwei oder drei Toren in Führung gehen können bzw. müssen. Ausbaufähig!

Die Schiedsrichterleistung war gerade bei den Strafen gegen Leo Pföderl eher unglücklich. Auch wenn es keine klaren Fehlentscheidungen waren, so darf man doch mal Fragen: Ist jede Berührung mit dem Stock gleich ein Schlag?

An den Schiedsrichtern hat es natürlich nicht gelegen. Sie haben sich in Ihrer Leistung im Lauf des Spiels gesteigert und auch die Spieler haben sich der Linie der Refs angepasst. Und die Linie gab es halt. Keine Mannschaft wurde bevorzugt oder benachteiligt. Einzig der Spielfluss hat im ersten Drittel unter den vielen Strafzeiten gelitten.

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Ausblick

Für die Straubing Tigers geht es am Sonntag um 19:00 Uhr gegen die Augsburger Panther im nächsten bayerischen Derby weiter. Die Eisbären empfangen am Sonntag um 14:00 Uhr die Schwenninger Wild Wings.

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