Eisbären mit Eröffnungssieg gegen Dresden

Die Eisbären Berlin gewinnen ihr DEL-Auftaktspielt der Spielzeit 2025/26 gegen Aufsteiger Dresdner Eislöwen verdient mit 6:2. Vieles funktioniert gut auf dem Eis – neben dem Eis wird das Meisterbanner mit Verspätung gehisst. Panocha und Tiffels mit effektiven Fußballeinlagen.

Inhalt

Spielbericht

Datum: Dienstag, 09.09.2025
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Uber-Arena, Berlin
Zuschauerzahl: 14.200 (ausverkauft)

Erstes Drittel

Das Einlaufzeremoniell ist erledigt und endlich kann es losgehen mit Eishockey. Das Meisterbanner 2025 konnte zwar nicht unter der Decke platziert werden, aber am Ende stört sich niemand daran.

Dresden hat es in den ersten zehn Minuten sehr schwer ins Spiel zu finden. Die Eisbären machen Druck. Hudacek muss gleich in den ersten drei Minuten mehrere Schüsse abwehren. Nach 3:17 Minuten muss er sich aber gegen Ty Ronning geschlagen geben und es steht 1:0. Diesem Tor geht ein Icing der Dresdner voraus. Leo Pföderl gewinnt das Bully in der Dresdner Verteidigungszone, Adam Smith zieht ab, Pföderl lenkt die Scheibe neben das Tor und den Abpraller von der Bande versenkt dann Ty Ronning.

Nach 7:58 Minuten geht Ronning steil, aber Hudacek bleibt im 1-gegen-1 der Sieger. Dresden stabilisiert sich defensiv mehr und mehr und wird offensiv besser. Aber es dauert bis zur 11. Minute bis die Eislöwen ihren ersten Toschuss in der DEL verzeichnen können. Hidebrand hat jedoch keine Mühe den Schuss zu entschärfen.

Norwin Panocha verhindert nach 13:38 Minuten spektakulär den ersten DEL-Treffer der Eislöwen. Mit dem Schlittschuh kickt er den Schuss von Ortega kurz vor der Linie und verhindert den Ausgleich. Starker Reflex.

Odd-men-rush der Eislöwen in der 16. Minute. Hildebrand mit einem Megareflex verhindert auch hier den Gegentreffer. Jonas Müller muss anschließend für einen Stockschlag auf die Strafbank, doch das resultierende Powerplay bleibt ohne Konsequenz.

Das erste Drittel gehört klar den Eisbären. Die müssen sich eigentlich nur vorwerfen lassen, dass sie hier nur einmal getroffen haben. Die Eislöwen kommen zu einigen gefährlichen Abschlüssen und haben mit Hudacek einen guten Rückhalt. Noch fehlt ihnen das nötige Glück.

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Zweites Drittel

Das zweite Drittel geht los wie das erste. Die Eisbären sind dominant und die Eislöwen sind vor allem defensiv gefordert. 23:39 Minuten sind gespielt und Korbinian Geibel zieht die Scheibe, nach guter Vorarbeit von Ronning und Mik, in den Winkel. Schönes Tor.

Die Eislöwen kommen in der 25. Minute zu einem Pfostenschuss. Man merkt, dass sie sich hier nicht ergeben wollen. In Ansätzen zeigen sie auch, was möglich wäre. In der 27. Minute fehlt nicht viel, aber der Pass in der Mitte findet keinen Dresdner Abnehmer.

Ronning lässt in der 29. Minute eine Chance gegen Hudacek im direkten Duell und in der 31. Minute aus der Distanz liegen.

Austin Ortega wird dann die Ehre zu Teil, dass erste Tor der Dresdner Eislöwen in der DEL zu erzielen. Nach 32:01 Minuten nutzt er ein Unachtsamkeit in der Berliner Defensive aus und überwindet Jake Hildebrand zum ersten Mal. Ty Ronning hatte die Chance vor dem Tor zu klären, will die Aufgabe aber spielerisch lösen und braucht dabei zu lange. Parkes geht dazwischen und spitzelt die Scheibe auf Ortega. Dieser ist Gedanken schnell und verlädt Hildebrand. Verdienter Anschlusstreffer.

Nach 33:16 Minuten, also gerade einmal 75 Sekunden später erzielt, Andreas Eder das 3:1 für die Eisbären. Einen Schuss von Bergmann wird geblockt, berührt noch Vikingstad und landet dann auf dem Schläger von Eder. Da muss ein Torjäger stehen.

Es folgen weitere Chancen für Berlin.

Kurz darauf ist dann auch das Orga-Team der Eisbären soweit , um das Meisterbanner für den Titel 2025 zu hissen. Die 22 von Tobi Eder ist darauf verewigt. Wie symbolträchtig ist doch dieser Moment, in dem Andy Eder seinen ersten DEL-Treffer für die Eisbären erzielt und die Meisterschaft, die seinem Bruder gewidmet ist, gefeiert wird.

Randnotiz: Jonas Müller sammelt fleißig Strafminuten und geht nach 36:19 Minuten zum zweiten Mal in diesem Spiel in die Strafbox (Tripping). Auch dieses Powerplay der Eislöwen bleibt unbestraft.

Das zweite Drittel ist ausgeglichener, als das Ergebnis vermuten lässt. Die Eislöwen geben sich nicht auf, kommen immer wieder zu Chancen und erzielen verdient ihren ersten Treffer in der DEL. Die Eisbären bleiben gefährlich und hätten auch in diesem Drittel mehr Tore erzielen können.

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Drittes Drittel

Wie in den vorangegangen Dritteln treffen die Eisbären auch im dritten Drittel in den ersten Minuten. Marcel Noebels vollendet nach 41:41 Minuten die sehenswerte Vorarbeit von Freddy Tiffels auf Blaine Byron. Tiffels schafft es an der Bande die Spitze seiner Kufe auf den Puck zu platzieren und dann hinter sich zu ziehen. Der Puck gelangt so hinter die Torlinie zu Blaine Byron der vor dem Tor Marcel Noebels findet. Ein Tor für die Saisonhighlights!

Nach 42:52 Minuten spielen die Eisbären dann in Unterzahl. Nach einem kuriosen Wechsel stehen sechs Berliner Skater auf dem Eis und keiner weiß so recht, warum. Der Wechselfehler tut weh, bleibt aber ohne Gegentor. Die Bank-Strafe wird von Matej Leden abgesessen. Nach 10 weiteren Spielsekunden schafft es dann auch noch Marcel Noebels die Scheibe beim Klären von der eigenen Torlinie über die ferne Torbande zu hauen. Delay of Game und die Berliner spielen fast zwei Minuten in zweifacher Unterzahl.

Dresden kommt in diesem Powerplay dann zu vielen Abschlüssen, aber auffällig ist, dass sie fast immer nach Austin Ortega suchen. Dieser spielt auch das ganze Powerplay durch. Seine Schüsse finden aber nicht den Weg ins Tor und so bleibt es beim 4:1 für die Eisbären.

Sebastian Gorcik muss nach 45:40 Minuten auf die Strafbank, aber die Eisbären können kein Kapital aus der Überzahl schlagen. Nach 50:17 Minuten erzielt Liam Kirk das 5:1. Vorbereitet wurde das Ganze von Müller und Pföderl. Ein kleines bisschen ein Tor des Willens. Kirk kommt im direkten Vorlauf zum eigentlichen Tor schon zum Abschluss, aber Hudacek kann abwehren. Dresden kann aber nicht nachhaltig klären und der Dauerdruck macht sich letztlich bezahlt.

53:22: Trevor Parks bekommt eine Strafe wegen Slashing, aber auch dieses letzte Powerplay des Abends bleibt ohne Folge.

Das Spiel gehört dann nur noch den Berlinern. Die Eisbären kommen zu mehreren Chancen und haben auch noch Lust etwas zu zaubern: Lean Bergmann zeigt einmal, dass er eine feine Klinge führen kann (58:15) und spielt die Abwehr der Eislöwen schwindelig – seine Reingabe findet aber keinen Abnehmer.

Man kann schon ein bisschen Mitleid mit dem DEL-Neuling haben. Das scheint sich auch Jake Hildebrand zu denken und lädt nach 58:49 Minuten Trevor Parks mit einem verunglückten Befreiungsschlag zum Toreschießen ein. Parks trifft akrobatisch zum zweiten Ehrentreffer.

Die Eisbären haben aber auch auf dieses Gegentor eine Antwort und nach 59:08 Minuten trifft Blaine Byron (Tiffels, Mik) zum 6:2-Endstand.

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Fazit

Die Dresdner Eislöwen können bei ihrem DEL-Debüt phasenweise mit dem Meister aus Berlin mithalten, sind aber am Ende spielerisch und körperlich unterlegen. Im Powerplay gehen die Dresdner etwas unkreativ vor, weil fast alles über Austin Ortega läuft.

Gerade das zweite Drittel kann den Dresdnern Hoffnung machen. Hier haben sie den meisten Druck aufgebaut und sich gefährliche Abschlüsse erarbeitet. Trotzdem reicht die Gesamtleistung nicht, um etwas zählbares aus Berlin mitzunehmen. Diese Mannschaft hat das Potential um in der DEL mitzuhalten, aber sie müssen noch beweisen, dass sie dieses Potential auch umsetzen können.

Bei den Eisbären Berlin läuft vieles besser als zuletzt in der CHL gegen Lukko Rauma und Grenoble. Trotzdem gibt es noch genügend Raum für Verbesserung. Den Gegentreffern gehen vermeidbare Fehler von Ty Ronning und Jake Hildebrand voraus. Auch der Wechselfehler (sechs Skater auf dem Eis) und die resultierende Zeitstrafe kann Serge Aubin nicht gefallen. Lichtblick ist die Einstellung: Nach jedem Gegentor kommen die Eisbären sofort zurück. Und das Penalty Killing funktioniert auch im 3 gegen 5.

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Ausblick

Start nach Maß für die Berliner. Am Sonntag geht es dann zum Vizemeister nach Köln, der am Freitag zum Saisonauftakt den EHC Red Bull München zu Gast hat.

Für die Eislöwen war es eine zu erwartende Niederlage. Vermutlich hat niemand ernstlich drei Punkte bei den Eisbären eingeplant. Das nächste Spiel geht dann zuhause gegen Ingolstadt.

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